Die Polaroids von Helmut Newton in Berlin

icon1 berlinblogger | icon2 Berlin | icon4 06 29th, 2011| icon35 Comments »

Heutzutage, in der digitalen Welt, in der die Kunst des Wartens verloren gegangen ist, in der alles, inklusive fotografischer Aufnahmen, dazu neigt, direkt und augenblicklich zu sein, kann man sich nur schwer die unvergleichbare Freude vorstellen, die man verspürte, als eine Fotografie innerhalb von Sekunden sichtbar wurde, wie ein kleines Wesen, das in der Wärme unserer Hände zum ersten Mal zum Leben erwacht. Die Emulsionen vollführten einen unvorhersehbaren Farbentanz, den wir während der kurzen Zeitspanne, für das heutige Zeitverständnis wahrscheinlich unendlich lang, durch ritzen, skizzieren und malen beeinflussen konnten, während sich Farben und Formen bildeten. Diese Momentaufnahmen hatten etwas orakelhaftes an sich, das sie zu Geheimnissen machte und ihnen indiskutable magische Eigenschaften verlieh, ohne dabei gleichzeitig auch nur einen Herzschlag lang ihren zeitgenössischen Puls zu verlieren. Es war die Zeit der Polaroidaufnahmen, denn davon spreche ich gerade, eine flüchtige, unberechenbare, improvisierte, spielerische, leichte und spontane Ästhetik, die in Form eines quecksilbrigen, zuckenden Bildes unheimliche Zugangsportale zu anderen Zeiten öffnete, die eher an die Welt der Träume oder anderer paralleler Quantenebenen erinnerte (vor allem, wenn es sich um Aufnahmen von Fernsehfilmen oder anderen Bildern handelte).

helmut <b>newton</b> berlin

Es gibt nur wenige auf so beunruhigende Art und Weise erregende Gefühle, ganz egal, wie oft wir es wiederholen, wie darauf zu warten, wie sich unser eigenes Bild, oder das unserer Welt, von der wir stets unerklärliche und wunderbare Transformationen erwarten, langsam auf der unverkennbaren plastischen Textur des Polaroidpapiers materialisiert.

Im Prinzip war die Polaroidaufnahme eine Praxis der Fotografie (es gibt sie auch heute noch, aber es kostet mich eine unüberwindbare Kraft, von dieser historischen und gedankenverlorenen, fast sehnsüchtigen Praxis in der Gegenwart zu sprechen), die zwar von einer Großzahl von Fotografen für Probeaufnahmen angewandt wurde, jedoch trotzdem verbannt worden zu sein scheint, in die Antipode der unvergleichlich hoch entwickelten und subversiven Art und Weise des großen Helmut Newton (1920-2004), wahrscheinlich einer der wichtigsten Fotografen aller Zeiten, die Eleganz des menschlichen Körpers zu manipulieren.

Jedoch war Newton einer jener Fotografen, der gerne Polaroidaufnahmen von den Modekulissen machte, um sie als Skizze oder Test für seine späteren, perfekt ausgearbeiteten Aufnahmen zu nutzen. Und gerade wegen der gewohnten Perfektion seiner kategorisch studierten Fotografien schienen viele Kritiker nicht gewillt, ihm zu verzeihen, dass er sich von seiner so gewissenhaften, gepflegten Ästhetik entfernte, als er 1992 eine Auswahl dieser Polaroidaufnahmen in dem Buch namens Pola Woman veröffentlichte. Selbstverständlich störte dies Newton nicht im Geringsten, denn genau darum ging es seiner Meinung nach. Sich der flüchtigen, alchemistischen und absolut mitreißenden Faszination dieser schnellen und spontanen Bilder hinzugeben.

Bis November präsentiert die Stiftung Helmut Newton von Berlin (http://www.helmut-newton.de/) erstmals 300 dieser Polaroidaufnahmen in einer Ausstellung, die außerdem einige der Momentaufnahmen dem endgültigen Bild in Großformat gegenüberstellt. Aber das Interessanteste sind wohl die Kommentare, die Newton selbst auf den weißen Rand der Polaroids notierte.

 

 

Paul Oilzum Only-apartments AuthorPaul Oilzum

Eine fesselnde Ausstellung, die die einzigartige Ästhetik des Polaroids wieder aufleben lässt, und die außerdem von einem ausgezeichneten Katalog des „Taschen“ Verlags begleitet wird, der ebenfalls das großartige, zu empfehlende Polaroid Buch verlegt hat. Verpassen Sie sie nicht, wenn Sie appartments in Berlin mieten.

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Jule Only-apartments TranslatorÜbersetzt: Jule
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5 Responses

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Helmut Newton: Fotograf, der die Frauen liebte

icon1 berlinblogger | icon2 Berlin | icon4 03 18th, 2010| icon3No Comments »

Helmut Newton versteht den weiblichen Körper als eine entblößte Skulptur vor einer urbanen Kulisse zwischen Hochhäusern posierend, eine Figur mit schon fast weißer Haut und hohen Absatzschuhen, schwarzen Strümpfen und schrill lackierten Fingernägeln… Seine Werke sind Erotik pur, provokativ und auch oft aggressiv und schockierend. Von den Augen des australischen, aber in Berlin geboren Künstlers (1920-2004), aus gesehen, ist die Frau noch vieles mehr als ein Modemodell oder Sexsymbol. Der weibliche Körper ist vielmehr eine faszinierende Ästhetik, die sich vor der Kamera immer wieder neuerfindet.

Helmut Newton Berlin

Wer Helmut Newton kennt, weiß natürlich auch wer Coco Chanel ist, die eine der bedeutungsvollsten Symbole der Modelindustrie ist, die sich vor allem von den femininen Formen und Figuren inspirieren ließ. Newton produzierte bereits Fotos für die international wichtigsten Zeitschriften, wie Vogue, Elle, Playboy, Marie-Claire und sicherlich haben Sie schon mehr als nur ein Foto von Newtons Modefotografien zu Gesicht bekommen. Genau diese präsentieren die Weiblichkeit von ihrer erotischen, geheimnisvollen, provokativen, wilden und sinnlichen Seite. Seine Fotografien ähneln sehr oft Filmszenen, in denen die sexuellen Fantasien der Männer gestillt werden, wie z.B. zwei sich küssende Frauen, eng umschlungen… Jedoch sind Eleganz, Glamour und ein klassischer Hauch stets präsent. Seine typischen Schwarz-Weiß-Fotografien ermöglichten ihm des Weiteren kreative Freiheit mit den Lichtkontrasten, Linien und fantastischen Figuren und Formen.

Wenn Sie sich für die faszinierende Welt der Fotografie interessieren, dann sollten Sie sich unbedingt die Ausstellung von über 394 Fotos des Künstlers im Fotografiemuseum in Berlin anschauen. Bis zum 16.Mai haben Sie dafür Zeit. Aber die deutsche Hauptstadt bietet Ihnen des Weiteren auch die atemberaubende Newton Stiftung.

In der feministischen Welt wurden viele seiner Bilder kritisiert. Viele wurden als chauvinistisch und würdelos abgestempelt: Fotos die angeblich zum Opfer der männlichen Perversität wurden, Frauen als Produkt, reduziert auf ihre sexuellen Aspekte, ideale Beute für den Voyeurismus. Frauen sind aber so facettenreich, so dass Newton fast sein ganzes Leben damit verbrachte, den weiblichen Körper in all seinen Formen und Figuren zu fotografieren.

Nutzen Sie Ihren Aufenthalt im fantastischen Berlin, um die kreative Kunst einer der wichtigsten Fotografen weltweit zu entdecken. Newton zeigte der Welt die Frau als wahrhaftiger Schatz der Natur, die einfach bei jedem Inspiration erwecken. Überraschen Sie Ihren Partner doch einfach mal mit einem Trip in die sexy deutsche Hauptstadt. Mieten Sie sich die kostengünstigen und komfortablen Appartments in Berlin und genießen Sie das Leben in vollsten Zügen.

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